Willkommen bei der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin!

Ungeachtet aller Fortschritte gerade in der operativen Medizin wird eine bevorstehende Narkose von vielen Menschen noch immer als bedrohliches Ereignis, als schwerwiegender Eingriff in das körperliche und seelische Funktionsgleichgewicht empfunden. Oft ist die Angst vor der Narkose größer als die vor der Operation. Nicht jeder Patient weiß allerdings, dass ein/e Anästhesist/in frühestens nach elf Jahren universitärer und klinischer Aus- und Weiterbildung durch Bestehen der Facharztprüfung die Berechtigung erlangen kann, das Fachgebiet im klinischen Alltag eigenverantwortlich auszuüben.

Die Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte unseres Teams betreuen Sie -und weitere ca. 4500 Patienten pro Jahr- mit ausgewiesener Fachkompetenz, langjähriger Berufserfahrung, viel Herzblut und modernstem Equipment rund um Ihren operativen Eingriff.

Dabei kümmern wir uns nicht nur um die Schmerzausschaltung während Ihrer Operation und um die Schaffung optimaler OP-Bedingungen für unsere „schneidenden“ Kolleginnen und Kollegen.

Ebenso wichtig ist für uns die kontinuierliche Überwachung und Sicherstellung aller lebenswichtigen Organfunktionen, bei der im Bedarfsfall auch im OP schon unsere intensivmedizinische Expertise zum Tragen kommt.

Von dieser profitieren Sie selbstverständlich auch, wenn auf Grund des Ausmaßes Ihrer OP und/oder der Schwere Ihrer Vorerkrankungen auf unserer interdisziplinären Intensivstation betreut werden. Nicht zuletzt gilt unser spezielles Augenmerk auch der differenzierten und standardisierten Therapie von Schmerzzuständen nach erfolgter Operation.

Alle Ärzte der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin befinden sich in kontinuierlicher Fortbildung und garantieren Ihnen somit eine Versorgung auf höchstem Niveau und nach modernstem Stand der medizinischen Wissenschaft rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr.

Anästhesiesprechstunde

Gleichzeitig mit Ihrem Operationstermin erhalten Sie einen Termin in unserer Anästhesiesprechstunde in der Zentralen Patienten-Aufnahme im Erdgeschoß. Hier besprechen wir mit Ihnen (und gerne auch einem Angehörigen) ausführlich und in Ruhe ihre medizinische Vorgeschichte, die in Frage kommenden Anästhesieformen, deren Risiken und Nebenwirkungen, notwendige Voruntersuchungen und die schmerztherapeutische und ggf. intensivmedizinische Nachbehandlung.

Gerne können Sie sich mit allen Fragen zu diesem Themenkomplex, aber auch mit Ihren diesbezüglichen Ängsten und Sorgen an uns wenden.

Bitte bringen Sie zu diesem Termin Informationen zu Ihrer häuslichen Medikation mit. Sollten Sie im Besitz von Arztbriefen insbesondere zu internistischen Vorerkrankungen sein, legen Sie uns diese bitte vor, ebenso evtl. Bescheinigungen über Probleme im Zusammenhang mit vorausgegangenen Narkosen.

Bitte beachten Sie, dass bei ambulant geplanten Operationen mit Narkose eine Abholung und häusliche Betreuung gewährleistet sein muss.

Vollnarkose oder Teilbetäubung? Oder beides?

Einblicke in unsere Tätigkeit

Manche Eingriffe müssen in Allgemeinanästhesie („Vollnarkose“) durchgeführt werden, für andere kommen Regionalanästhesien („Teilbetäubung“) als Alternative in Betracht. Für bestimmte Operationen wiederum (z.B. Knieprothesen, große Baucheingriffe) werden wir Ihnen eine Kombination aus beiden Verfahren nahelegen –hier dient eine kontinuierliche, mehrtägige Regionalanästhesie über einen sehr dünnen Katheter insbesondere der postoperativen Schmerztherapie.

 

Regionale Anästhesieverfahren funktionieren durch die Blockade von peripheren oder rückenmarksnahen Nerven oder Nervensträngen mittels Lokalanästhetika. Aus Sicherheitsgründen dürfen diese Verfahren nach (noch) geltender Lehrmeinung nur am wachen Patienten durchgeführt werden. Da wir aber grundsätzlich eine örtliche Betäubung der Haut vornehmen, bevor wir uns mit den zumeist etwas dickeren Kanülen Zugang zu den Nervensträngen verschaffen, sind diese Prozeduren regelhaft nicht mit Schmerzen verbunden.

 

Zur Verbesserung der Treffsicherheit bei Regionalverfahren bedienen wir uns seit geraumer Zeit auch der Ultraschall-Technik, um sowohl die Lage der Nerven als auch die Nadelführung zu visualisieren.

 

Leider haben alle Regionalanästhesieverfahren trotzdem noch eine, wenngleich sehr geringe, Versagerquote, d.h. die Schmerzausschaltung kann unzureichend sein. In einem solchen Fall wird Ihr/e Anästhesist/-in auf eine Vollnarkose umsteigen, was rasch und jederzeit möglich ist.

 

Grundsätzlich unterscheiden sich Allgemein- und Regionalanästhesie hinsichtlich ihrer (äußerst geringen) Risiken nur unwesentlich, sodass wir Ihren Wünschen gerne Rechnung tragen, sofern dies medizinisch vertretbar ist.

 

Immer noch kursierende Vorstellungen und Aussagen, man könne ab einem gewissen Alter keine Vollnarkose mehr erhalten oder werde eine solche (aus welchen Gründen auch immer) nicht überleben, sind nicht allgemeingültig.

 

Leider ist es auch ein Irrglaube, bei Regionalanästhesien träten postoperative Beeinträchtigungen der Geisteskraft und Verwirrungszustände (Delir) seltener auf. Hier gibt es statistisch keine Unterschiede zur Vollnarkose. Diese leider recht häufig auftretenden Störungen, insbesondere beim betagten Patienten, haben nach heutigem Verständnis verschiedene, sich summierende Ursachen, von welchen das Anästhesieverfahren nur eine ist.

 

Dieses sogenannte „Postoperative cognitive Defizit“ (POCD) zeigt sich sehr variabel ausgeprägt in Konzentrations- und Orientierungsmängeln und kann Stunden bis Tage anhalten, bevor sich die Situation in der Regel normalisiert.

 

Das POCD wird aktuell intensiv beforscht, leider gibt es bis dato keine Konzepte, mit denen die Häufigkeit des Auftretens sicher gesenkt werden könnte. Gleiches gilt auch für das postoperative Delir.

 

Andere unangenehme Begleiterscheinungen der Anästhesie wie Übelkeit, Erbrechen und Kältezittern sind selten geworden, da wir heutzutage konsequent Patienten mit erhöhtem Risiko ermitteln und entsprechende vorbeugende Maßnahmen ergreifen können.

 

Unter den in Deutschland tätigen Anästhesisten herrscht weitgehend Konsens, dass Fremdblutkonserven ein breites Spektrum unerwünschter Wirkungen -insbesondere auf das Immunsystem- aufweisen und daher möglichst vermieden werden sollten.

 

Wir arbeiten schon seit vielen Jahren zusammen mit unseren operativ tätigen Fachabteilungen sehr erfolgreich an fremdblutsparenden Konzepten, zu denen in unserer Klinik auch die sogenannte Maschinelle Autotransfusion gehört. Hierunter versteht man die Wiederaufbereitung von während der Operation verlorenem Blut in einer speziellen Waschzentrifuge und die nachfolgende Transfusion des Eigenbluts.

 

Das früher sehr gefürchtete Risiko der Übertragung von AIDS oder Hepatitis durch Fremdblut hingegen ist heutzutage durch moderne Testmethoden vernachlässigbar gering.